Sabine Petzold

In diesem Bereich sollen Reilinger/innen zum Thema "Corona" zu Wort kommen.
Es wird in Interviewform aufgezeigt, wie dieses Virus unser tägliches Leben beeinflasst.
Vorschläge für Themem und Interviewpartner/innen sind willkommen!
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charly1607
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Registriert: 24. Mär 2020, 09:20

Sabine Petzold

#1 Beitrag von charly1607 »

Sabine Petzold
Vorsitzende der Kultur- und Sportgemeinde, Fraktionssprecherin Freie Wähler Reilingen

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Frage:
Welche Auswirkungen der Corona-Krise für die Reilinger Vereine befürchten Sie als Vorsitzende der Kultur- und Sportgemeinschaft?

Antwort:
Wenn die Vereine auch in dieser Zeit weiter klug und umsichtig handeln,
sehe ich positiv in die Zukunft. Sicherlich wird es Mitglieder geben, die keine Lust mehr haben, sich erneut aktiv zu betätigen
oder wegbleiben.
Ich gehe aber davon aus, dass die breite Masse, sprich Groß und Klein, heiß drauf sind, die geliebten Freizeitaktivitäten wieder aufzunehmen.


Frage:
Gab es schon konkrete Anzeichen bei Reilinger Vereine oder Vereinigungen, das ihre Existenz dadurch bedroht sein könnte?

Antwort:
Bisher gibt es dahingehend bei mir keine Rückmeldungen.
„Mir fehlt mein Verein, meine Singstunde, der Kontakt zu den Anderen“, diese Aussage einer Sängerin nehme ich als Beispiel, um
optimistisch für unsere Vereine in die Zukunft zu schauen.
Die wöchentlichen Kontakte, egal, ob Sport oder Kultur, sind wichtige Bestandteile im Leben vieler Menschen. Vielleicht sogar „das Salz in der Suppe“.
Viele Whatsapp-Gruppen sind im Moment für die Aufrechterhaltung der Gemeinschaft eine tolle Möglichkeit, um Kontakte immer frisch zu halten.


Frage:
Es stellen sich seitens der Vereine sicher viele Fragen. Kann man Versammlungen online abhalten, muss die Bezahlung von Trainern weitergeführt werden, gibt es Sonderkündigungsrechte etc.
Gibt es seitens der KuSG Handlungsempfehlungen für die Vereine?

Antwort:
Ein aktuelles Thema ist zur Zeit, „wie lange kann ich die in der Satzung vorgeschriebene Generalversammlung hinausschieben“?
Bekanntermaßen mussten ja sehr viele abgesagt werden.
Ein Zeitfenster verschafft man sich schon mal, indem man den Vereinsmitgliedern mitteilt (kann per Mail sein oder über die Internetseite des Vereins), dass die Mitgliederversammlung nach Abklingen der Corona-Krise stattfinden wird und das zu gegebener Zeit eingeladen wird.
Online können keine Mitgliederversammlungen durchgeführt werden, sofern es die Satzung nicht schon vorsieht.

Viele Verbände bieten den Vereinen Hilfestellungen zu aktuellen Fragen an, um handlungsfähig zu bleiben.

Die Vereinsarbeit ruht für einige Reilinger Vorstände auch in der Corona-Krise nicht. Zweimal konnte ich schon dabei sein, wenn Vereine im Vorstand miteinander kommunizieren. Zum Einen gab es eine Telefonkonferenz und zum Anderen eine Videokonferenz, zufällig waren jeweils neun Personen daran beteiligt.
Allgemeine Fragen und ob es zeitnah Vereinsveranstaltungen geben wird, waren Hauptthemen. Diese Frage kann im Moment allerdings niemand beantworten.
Im Ergebnis fand ich es sehr positiv, in einem größerem Kreis miteinander zu reden. Das hat wieder Lust auf mehr gemacht.


Frage:
Wie beurteilen Sie als Gemeinderätin und Sprecherin der FW-Fraktion das Krisenmanagement der Gemeindeverwaltung und wie fühlen Sie sich von dort informiert?

Antwort:
Wir sind mit dem Krisenmanagement im Reilinger Rathaus sehr zufrieden.
Unser Dank gilt allen Beschäftigen in der Gemeindeverwaltung, dass sie den „Betrieb“ aufrecht erhalten. Sie informieren aktuell und die Bevölkerung kann sich mit ihren Problemen dort melden, wenn auch nur telefonisch.
Auch für die FW-Fraktion geht die kommunalpolitische Arbeit weiter.
Ob am Telefon oder mit einem Mail, es findet sich immer ein Weg für einen Datenabgleich mit dem Bürgerrmeister


Frage:
Wirkt sich die Krise auch auf Ihr Privatleben aus. Haben Sie Ihr Einkaufs- oder Freizeitverhalten ändern müssen?

Antwort:
Das Einkaufsverhalten hat sich auf das Notwendigste reduziert. Das Freizeitverhalten hat sich geändert, da ich zur Zeit alles von zu Hause erledige und zu organisieren gibt es im Moment leider auch nichts.
Ich glaube, ich bin sehr zum Leidwesen meines Mannes zum Putzteufel mutiert. Frühjahrsputz plus, meine sportliche Alternative.
„Uffbasse, da habe ich gerade sauber gemacht“, an diesen Hinweis kann er sich nur schwerlich gewöhnen. Daher freut er sich, wenn oft das Telefon klingelt und mich vom Putzen ablenkt.
Aus nah und fern rufen Freunde an. Wichtigste Frage: wie läuft es in Reilingen, wie geht es Euch?
Das Dorfgeschehen interessiert auf vielfältigste Weise und gern denkt man daran, das wir mit dem „Närrischen Nachtumzug“ im Januar noch so eine super Veranstaltung hatten.


Frage:
Hier Befragte haben die Aufgabe zu schätzen, wie lange die Corona-Krise noch andauern wird. Was denken Sie, wann wir in Reilingen wieder zum normalen Leben zurückkehren werden?

Antwort:
Ich glaube die Zeichen stehen schon so, dass man den 20. April als
Neustart ins Auge fasst. Unsere Wirtschaft und, alles was dazu gehört, kann sich den Stillstand auf Dauer nicht mehr leisten.
Mein Wunsch oder nennen wir es Wunschdenken wäre: das wir uns alle am 1. Mai beim Waldfest vom Musikverein Harmonie bei Sonnenschein an der Bürgerbegegnungsstätte wiedersehen.
Vielleicht immer noch mit gebührendem Abstand – aber wieder voller Lebenslust und Freude sowie Dankbarkeit ein erschreckende Zeit überlebt oder hinter uns zu haben.

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